Nationaler Bildungsbericht 2015: Abschaffung der Noten in der VS und Einführung der Gesamtschule

Nationaler Bildungsbericht Österreich 2015, Band
Der Nationale Bildungsbericht Teil 3 (Band 2) ist wie Teil eins (2009) und zwei (2012) in einer Kooperation zwischen dem BIFIE und dem IHS entstanden und „dient als empirische und wissenschaftliche Grundlage für die bildungspolitische Diskussion und Steuerung des Schulwesens in Österreich. Band 2, "Fokussierte Analysen bildungspolitischer Schwerpunktthemen", enthält Expertisen führender österreichischer Bildungswissenschaftlerinnen und Bildungswissenschaftler zu zentralen Entwicklungsthemen und Problemfeldern des Schulwesens.“ (Hrsg.)
Zwei Punkte sind in diesem Bericht besonders erwähnenswert:
Die vollständige Abschaffung der Ziffernoten in der Volksschule und
die Forderung der Einführung der Gesamtschule auch in der Sekundarstufe I
"Eine vollständige Abschaffung der Ziffernnoten in der Volksschule könnte zu einer leistungsförderlicheren Beurteilungspraxis beitragen, die jedenfalls das Erreichen der Mindeststandards garantiert". Hauptproblem ist derzeit die zwingende Notengebung in der vierten Klasse. Sie soll die AHS-Reife festlegen, was in Bezug auf den signifikanten Zusammenhang der Mathematiknoten mit dem Bildungsstand der Eltern und der Tatsache, dass "die Volksschule zu extrem positiven Beurteilungen tendiert“, zu einer problematischen Skalenverzerrung führt und damit die fragwürdige Aussagekraft der Noten im Allgemeinen noch verstärkt.
Außerdem führt die Erfüllung der Erwartungen der Eltern durch die Lehrer/innen dazu, „dass die Abschlussnoten kontinuierlich ansteigen und der Zugang zur AHS immer weniger von tatsächlichen Fähigkeiten und Kompetenzen, sondern stärker von der Beziehungen, der sozialen Durchsetzungsfähigkeit und der Bildungsaspiration der Eltern abhängt", zitiert kurier.at aus dem Bericht.
Die Abschaffung der Ziffernoten reicht aber bei weitem nicht aus. Die Autoren sprechen sich generell gegen seine Selektion der Kinder in AHS und Neue Mittelschule mit zehn Jahren aus: "Eine Fortführung des Gesamtschulkonzepts in der Sekundarstufe würde die Transition deutlich vereinfachen."
Die Kapitel des Bildungsberichts 2015:
Kapitel 1: Die österreichische Volksschule
Kapitel 2: Leistungsbeurteilung unter Berücksichtigung ihrer formativen Funktion
Kapitel 3: Medienkompetenz fördern – Lehren und Lernen im digitalen Zeitalter
Kapitel 4: Auf die Mitschüler/innen kommt es an? Schulische Segregation – Effekte der Schul- und Klassenzusammensetzung in der Primarstufe und der Sekundarstufe I
Kapitel 5: Früher Bildungsabbruch – Neue Erkenntnisse zu Ausmaß und Ursachen
Kapitel 6: Schulleitung im Wandel: Anforderungen an eine ergebnisorientierte Führungskultur
Kapitel 7: Schulautonomie oder die Verteilung von Entscheidungsrechten und Verantwortung im Schulsystem
Kapitel 8: Ein pragmatischer Zugang zu einer Policy-Analyse: Bildungsfinanzierung als Governance-Problem in Österreich
Kapitel 9: Zusammenfassung der Herausgeberinnen und Herausgeber

Abschaffung der Noten in der VS und Einführung der Gesamtschule
Abschaffung der Noten in der VS und Einführung der Gesamtschule


VLI und ÖLI-UG Berufsschule: Petition für mehr Lohngerechtigkeit

Unterstützungserklärung der Petition für mehr Lohngerechtigkeit

Das neue Dienst- und Besoldungsrecht Pädagogischer Dienst (pd) führt für alle Berufsschul-lehrerInnen mit alten und schlecht bezahlten Sonderverträgen zu einer massiven Schlechterstellung in der Entlohnung gegenüber den Kolleginnen und Kollegen im neuen Besoldungsschema.
So wurden gleich bei den ersten Lohnberechnungen der in den Pädagogischen Dienst (pd) aufgenommenen KollegInnen durch die Anerkennung der Vordienstzeiten wesentlich höhere Einstiegsgehälter festgestellt, als bei den LehrerInnen mit Sondervertrag. Durch die zweistündige Erhöhung der Lehrverpflichtung mit nicht unterrichtlicher Tätigkeit im Pädagogischen Dienst (pd) fallen Tätigkeiten, wofür KollegInnen im Sondervertrag noch Zulagen erhielten, an die jüngeren KollegInnen, welche sie nicht mehr extra bezahlt bekommen.
Bei Neueinstellungen führt dieser Umstand sofort zu einem Verlust oder der Verringerung der Zulagen bei den älteren KollegInnen mit Sondervertrag an der Schule. Wie weit und wie schnell man davon betroffen wird, ist schulabhängig vollkommen unterschiedlich und von der Zahl der Neueinstellungen abhängig.
Unsere JunglehrerInnen sind an dieser Situation schuldlos und unser Augenmerk muss sich auf die rasche Korrektur der Vertragsbedingungen konzentrieren.
Um dieses Unrecht zu beenden, fordert die ÖLI-UG die Bundesministerin in einer Petition auf
1. ein Optierungsrecht einzuräumen oder, für den Fall, dass gesetzliche Stichtagsregelungen
kein Optierungsrecht zulassen,
2. eine Anpassung der Gehaltsstufen der Sonderverträge IL in der Art vorzunehmen, dass
die massiven Gehaltsunterschiede minimiert werden.Wir bitten die Kolleg/innen aller Schultypen um Unterstützung unserer Forderungen.

VLI und ÖLI-UG Berufsschule: Petition für mehr Lohngerechtigkeit
VLI und ÖLI-UG Berufsschule: Petition für mehr Lohngerechtigkeit

"Chancenindex" für mehr Chancengleichheit auf die beste Bildung

Als eines der wichtigsten Ziele ihrer Arbeit bezeichnete die neue Bildungsministerin Sonja Hammerschmid die Gestaltung eines Bildungssystems, „in dem alle die Chance auf die beste Bildung haben“. Eine immer wiederkehrende Diskussion, die vor einigen Wochen nach bekannt werden der schlechten Deutschkenntnisse der österreichischen Schüler/innen, an Brisanz spürbar zugelegt hat. Seither steht die Förderung von Problemschulen wieder im Mittelpunkt. Aber ein „Patentrezept gibt es bis dato keines“, stellt Romana Beer (orf.at) in ihrem Beitrag: „Index soll für gerechte Verteilung sorgen“, fest.
Sonja Hammerschmid wolle „in einem Land leben, in dem alle Kinder dieselben Chancen haben - unabhängig davon, wo sie wohnen und wer ihre Eltern sind“. Zahlreiche Studien zeigen allerdings, dass der Weg zur Chancengleichheit in der Bildung noch ein langer ist - denn Bildung wird in Österreich nach wie vor vererbt.
Aber auch der Schulstandort ist mitentscheidend, weil die Kinder in sogenannten Brennpunktschulen nachweisbar geringere Chancen auf schulischen Erfolg haben. Die Arbeiterkammer (AK) kritisiert in diesem Zusammenhang, dass die Finanzierung der Schulen „nach dem Gießkannenprinzip“ erfolgt. Das bestätigt auch Wiens Stadtschulratspräsident Jürgen Czernohorszky: „Standorte mit großen Herausforderungen bekommen im Wesentlichen die gleichen Mittel zu Verfügung gestellt wie jene mit geringeren.“
Die noch von Heinisch-Hosek angeregte und von ihrer Nachfolgerin Sonja Hammerschmid übernommene Forderung, die Ressourcenzuteilung an einen Sozialindex zu binden, soll diesem Umstand Rechnung tragen. Beer (ORF.at): Sowohl der Stadtschulrat als auch die Wiener AK, die Armutskonferenz und die Initiative Bildung Grenzenlos schlagen eine indexbasierte Verteilung von Ressourcen vor - den „Chancenindex“.
Beer (ORF.at) lässt zum Schluss auch noch Michael Bruneforth zu Wort kommen: Wunder dürfe man sich von einer indexbasierten Finanzierung nicht erwarten. Auf dem Weg zu einem gerechteren Bildungssystem sei die Frage der Finanzierung „nur einer von vielen Pflastersteinen“.
Da hat Bruneforth sicher recht. Nur das vom BIFIE in den letzten Jahren Gebotene, macht uns keine großen Hoffnungen, dass in Bezug auf eine bessere Schule ein substanzieller Beitrag des BIFIE zu erwarten ist. Wenn doch, wäre es wohl ein Wunder.

"Chancenindex" für mehr Chancengleichheit auf die beste Bildung
Czernohorszky: „Standorte mit großen Herausforderungen bekommen im Wesentlichen die gleichen Mittel zu Verfügung gestellt wie jene mit geringeren.“

Bildungsreform: Schulrechtspaket Teil 1 im Unterrichtsausschuss

Der Entwurf zum Schulrechtsänderungsgesetz 2016 ( 1146 d.B.) – das ist das erste Gesetzespaket zur Bildungsreform - ist am 18. Mai 2016 vom Ministerrat einstimmig verabschiedet worden. Mit der neuen Chefin im Bildungsressort, Sonja Hammerschmid, wird der Unterrichtsausschuss des Nationalrats nun darüber beraten, ob das vorgeschlagene Maßnahmenbündel zur Weiterentwicklung von Schulstruktur und -kultur ausreichend beiträgt, wie parlament.gc.at berichtet. 

Die ÖLI-UG hat darüber schon des Öfteren berichtet. Ein wichtiges Themen in der ersten gesetzlichen Umsetzung der Bildungsreform ist die vielkritisierte Neugestaltung der Schuleingangsphase. Für die Ausweitung der Sprachförderung gibt es eine breite Zustimmung. Ob FM Schelling auch die erforderlichen Geldmittel bereitstellt, darf aufgrund der bisherigen Erfahrungen mit seiner neoliberalen Budgetpolitik, vor allem im Beldungsbereich, eher angezweifelt werden. 
Neu im Entwurf ist, dass jetzt auch die BMHS, nicht nur die BMS und die AHS, autonom die Einführung der Oberstufe NEU auf 2018/19 bzw. 2019/20 verschieben können.
Weitere Punkte in diesem Gesetzespaket sind die Möglichkeit der alternativen Leistungsbeurteilung in der ersten bis zur dritten Klasse der Primarstufe, der vereinfachte (und billige?) Einsatz von Lehrbeauftragten an der BMHS, mehr Berufsbildung in der Sekundarstufe, Ausbau der digitalen Dokumentation an allen Schulen und mehr Wahlfreiheit der Eltern für sprengelfremde Schulen.
Dazu ein Kommentar von Johannes-Maria Lex in seiner FB-Gruppe „‎BILDUNG IST ZUKUNFT - FÜR ALLE MENSCHEN IN ÖSTERREICH“:
Das ist also die "neue Regierungspolitik" des Verständnisses, dass die "Menschen draußen" etwas Anderes wollen als bisher? Trotz Begutachtung und trotz Wechsel des Regierungschefs und der zuständigen Bildungsministerin verabschiedet der gesamte Ministerrat (also einstimmig mit den Stimmen von SPÖ und ÖVP) die alte Ministeriumsvorlage und legt sie dem Unterrichtsausschuss zur Absendung vor: nein, liebe Mitglieder des Ausschusses, Abgeordnete Harald Walser und Matthias Strolz, das kann so nicht durchgehen! Nein, lieber "Schattenminister" Harald Mahrer: das kann doch nicht der Ernst der VP sein?! Elisabeth Grossmann das kann doch nicht der "Kern der SPÖ-Erneuerung" sein?

Foto: Wiesner Joachim Bildungsreform: Regierungsvorlage zum Schulrechtspaket im Unterrichtsausschuss
Foto: Wiesner Joachim Bildungsreform: Regierungsvorlage zum Schulrechtspaket im Unterrichtsausschuss


Neustart Schule – Umfrage: „40 Jahre Stillstand“

Neustart Schule – laut Selbstdefinition eine Initiative der Industriellenvereinigung und ihrer Partner – startet eine Umfrage mit dem Titel „40 Jahre Stillstand“. Die Ergebnisse werden im Rahmen der "Bildungsarena am 8. Juni" vorgestellt.
Im Vorfeld zur interaktiven Diskussion "Bildungsarena: 40 Jahre Stillstand" am 8. Juni 2016 wollen die Veranstalter „die Meinung ihrer Community zum Thema Bildungsstillstand erfahren.“
Das Bildungswesen wird oftmals als System der kollektiven Nicht-Verantwortlichkeit gesehen. Doch woher kommt dieser Stillstand und wie kann er bekämpft werden? Wie können die Kinder und ihre Bedürfnisse wieder in den Fokus der Bildungsdiskussion gerückt werden? Und welche Rolle spielt die Zivilgesellschaft in dieser Debatte? Wie sieht's aus mit den großen, inhaltlichen Fragen wie etwa Herstellung von Chancengerechtigkeit, mehr Qualität in die Pflichtschule oder Maßnahmen gegen Schulabbruch?
„Diese und viele andere Fragen werden wir im Rahmen der "Bildungsarena: 40 Jahre Stillstand" diskutieren“, versprechen die Initiator/innen.

Neustart Schule – laut Selbstdefinition eine Initiative der Industriellenvereinigung und ihrer Partner – startet eine Umfrage mit dem Titel „40 Jahre Stillstand“.
Umfrage "40 Jahre Stillstand"

aus dem Konzerthaus: Stimmen für

Van der Bellen


Vortrag: Formatives Assessment

Vom didaktischen Element bis zur Unterrichtskultur

 

Vortrag von Univ.-Prof. Mag. Dr. Roland Grabner  -  Karl-Franzens-Universität Graz
Dienstag, 14. Juni 2016  19:30 Uhr
KOM, Altach, Kirchfeldstr. 1a

Formatives Assessment (formative Evaluation) wurde in der umfangreichen Metaanalyse von Hattie als jene didaktische Methode identi!ziert, die den größten Ein"uss auf die Förderung des Lernerfolgs von Schülerinnen und Schülern hat. Diese Methode zielt darauf ab, den individuellen Lernstand und Lernfortschritt regelmäßig zu erfassen und den Unterricht entsprechend anzupassen.
Dies kann zu einer neuen Unterrichtskultur führen, die in jüngeren Werken zu formativem Assessment hervorgehoben wird. In diesem Vortrag wird vor dem Hintergrund des aktuellen Kenntnisstands der psychologischen Lehr- und Lernforschung erläutert, warum formatives Assessment so lernwirksam ist, wie es im Unterricht eingesetzt werden kann und inwiefern dieses Element tatsächlich eine neue Unterrichtskultur begründen kann.


Sonja Hammerschmid

Für diepresse.com ist die neue Bildungsministerin Sonja Hammerschmid eine „Ausreißerin zwischen Rot und Schwarzp“. Wir werden sehen …

Interessant wird vor allem, wie es um den Rückhalt in der SPÖ steht. Der ist für Quereinsteiger generell wichtig – und noch mehr in einem bekanntermaßen schwierigen Ressort wie dem der Bildung. Dieser Rückhalt fehlte Heinisch-Hosek und deren Vorgängerin Claudia Schmied in den Konfrontationen vor allem mit der ÖVP und der ÖVP – Fraktion in der GÖD. In diesem Zusammenhang wird es spannend, ob Hammerschmid, im Gegensatz zu ihren Vorgängerinnen erkennt, dass in der Lehrergewerkschaft auch eine starke und parteipolitisch unabhängige Fraktion, die Österreichische Lehrer/innen Initiative – Unabhängige Gewerkschafter/innen (ÖLI-UG), vertreten ist, die sinnvolle und innovative Bildungspolitik, unabhängig von welcher Partei sie kommen, immer unterstützt. Außerdem wäre ihren Vorgängerinnen einiger Ärger erspart geblieben, wenn sie die Stärke der Unabhängige Bildungsgewerkschaft (UBG) von Anfang an richtig eingeschätzt hätten. Zumindest hat die künftige Ministerin den Lehrer/innen vorab Rosen gestreut: Das sei „eine der anspruchsvollsten Aufgaben, die es in unserer Gesellschaft gibt. Warum tun wir uns so schwer, ihnen den nötigen Respekt zu zollen?“

Hammerschmid: „Egal in welcher Schulstufe, das Augenmerk meiner Lehrer galt immer den individuellen Stärken. Niemand hielt sich unnötig mit meinen Defiziten auf. Was logisch klingt, ist leider in unserem Schulsystem nicht selbstverständlich, wo durch das verbissene Beheben von Schwächen Chancen verbaut werden und Talente verkommen.“ Auch diese Aussage der neuen Bildungsministerin gefällt und macht Hoffnung, dass sie die richtigen pädagogischen Innovationen in Gang setzt.

Sonja Hammerschmid wird aber nur unter der Voraussetzung eine erfolgreiche Bildungspolitik für die Menschen umsetzten können, wenn sie eine breite Unterstützung gegen den neoliberalen und bildungspolitisch erzkonservative Finanzminister Schelling erhält und endlich die erforderlichen Budgetmittel zur Verfügung gestellt bekommt. Schafft sie es nicht, der Geißel des FM, das strukturelles Budgetdefizit von derzeit 550 Mio., durch eine nachhaltige Finanzierung zu entkommen, werden notgedrungen auch weiterhin wichtige Entwicklungen im Bildungsbereich nicht möglich sein.

BM Sonja Hammerschmid
BM Sonja Hammerschmid

AHS: Vorarlberger Sorgenkind Mathematik-Matura

Wie heute die Vorarlberger Nachrichten (VN) berichten, soll die Mathe-Matura in einigen AHS-Klassen in Vorarlberg sehr schlecht ausgefallen sein. Klaus Hämmerle (VN): Vom Landesschulrat wurde den Direktoren am Dienstag schnell ein Maulkorb umgehängt. „Keine Informationen zur Mathematik-Zentralmatura.“ Trotz Informationssperre informierte zum Beispiel der Direktor des BRG Dornbirn, Reinhard Sepp: „Die Ergebnisse der Mathematik-Zentralmatura sind bei uns schlechter als im Vorjahr“. Das bestätigte auch der Leiter der Arbeitsgruppe Mathematik AHS in Vorarlberg, Freddy Wittwer. Es zeichne sich ab, dass die Ergebnisse der diesjährigen schriftlichen Klausur schlechter ausfallen, als er gedacht habe. „Natürlich liegen noch lange nicht alle Resultate vor, aber es zeichnet sich ab, dass die Leistungen nicht an jene des Vorjahrs herankommen. Wobei ich sagen muss: Die Unterschiede in einzelnen Schulen und Klassen sind doch extrem. Von den bisher eingelangten Ergebnissen weiß ich, dass es Klassen mit über 50 Prozent Nicht genügend gab. Dann jedoch auch wieder solche mit überhaupt keiner negativen Bewertung. Das ist doch sehr interessant.“
Fazit: Im vergangenen Jahr belegten die AHS in Vorarlberg bei der Zentralmatura in Mathematik bundesweit den letzten Rang. Und heuer zeichnet sich ein noch schlechteres Ergebnis ab. Es besteht dringender Handlungsbedarf und die Frage nach der Sinnhaftigkeit der Zentralmatura darf, nein muss nach diesen extrem unterschiedlichen Ergebnissen wieder gestellt werden. 


Sonja Hammerschmid wird neue Bildungsministerin

Die Regierungsumbildung in der SPÖ ist abgeschlossen. Kerns rotes Regierungsteam "steht".
Fix ist jetzt also:

Sonja Hammerschmid, die bisherige Rektorin der Vetmed-Uni Wien, löst Bildungsministerin Heinisch-Hosek ab,

Thomas Drozda, bisherige Generaldirektor der Vereinigten Bühnen Wien, folgt Josef Ostermayer als Kulturminister,

Jörg Leichtfried, ehemalige Delegationsleiter der SPÖ im EU-Parlament und derzeit Verkehrslandesrat in der Steiermark, kommt statt Gerald Klug ins Infrastrukturministerium, und

Muna Duzdar, Wiener Landtagsabgeordnete, löst Sonja Steßl als Staatssekretärin im Bundeskanzleramt und dort für Digitales, Verwaltung und den öffentlichen Dienst zuständig, ab.
Außerdem soll Maria Maltschnig, bisher Vorstandsassistentin von Kern, Kabinettschefin des Kanzlers werden.

Sonja Hammerschmid wird neue Bildungsministerin
Sonja Hammerschmid wird neue Bildungsministerin

Lernen 2.0: Tablets bereichern den Unterricht

srf.ch news von Alex Moser: Lernen 2.0: Warum Tablets den Unterricht bereichern
Die Gegner/innen der Verwendung von Tablets im Unterricht, meist Lehrer/innen und Eltern, begründen ihre Vorbehalte vornehmlich mit dem Argument, die flachen Computer ohne Tastatur weckten schon bei den Kleinsten den Spieltrieb und seien deshalb als Lehrmittel unbrauchbar und reine Zeitverschwendung. Ein Vorurteil, mit dem die Erfahrungen in einer Schule in Solothurn und die Ergebnisse der Studie von Lernpsychologiedozentin Doreen Prasse aufräumen. Sie zeigen, dass Tablets mehr als Unterhaltungselektronik sind.
Primarlehrer Matthias Steinmann ist laut Moser begeistert vom neuen Lehrmittel und seine Schüler seien es auch. Kritiker sagen, es sei schlecht, dass Kinder nun auch noch im Schulunterricht mit elektronischen Bildschirmen konfrontiert seien. Steinmann entgegnet: «Das Tablet darf nicht als Unterhaltungsobjekt verstanden werden, sondern als Lehrmittel. Dann ist es auch nicht anders als das Buch.»
Die Annahme, dass Kinder sowieso schon viel zu viel Zeit mit Computerspielen verbringen und durch den Einsatz dieser Geräte im Unterricht dies noch befördern würde, ist gemäß einer Studie der Pädagogischen Hochschule Schwyz aber nicht so. Die Studie von Lernpsychologiedozentin Doreen Prasse zeigt: Kinder mit Tablets an Schulen spielen privat nicht häufiger als solche ohne Tablets: «Im Gegensatz dazu konnten wir zeigen, dass die Schüler – zumindest aus den 5. und 6. Klassen – mehr mit den Tablets zuhause lernen.»
Entgegen aller Vorurteile tun die Kinder, die ein Schul-Tablet besitzen also tatsächlich damit das, was sie tun müssen – sie arbeiten in erster Linie damit, so das Resümee von Alex Moser in srf.ch.‬

Entgegen aller Vorurteile tun die Kinder, die ein Schul-Tablet besitzen also tatsächlich damit das, was sie tun müssen – sie arbeiten in erster Linie damit
Entgegen aller Vorurteile tun die Kinder, die ein Schul-Tablet besitzen also tatsächlich damit das, was sie tun müssen – sie arbeiten in erster Linie damit

Harder Literaturfestival vom 20. bis zum 22. Mai

Am 20. Mai wird zum 12. Mal der Harder Literaturpreis verliehen.
Wir laden sie ganz herzlich ein, dabei zu sein, wenn drei Autorinnen in Hard
im Spannrahmen geehrt werden.
Der Zufall hat wunderbar Regie geführt. Waren es beim 11. Literaturpreis drei Männer so sind es heuer drei zu unserer großen Freude drei Frauen:
Katharina Hartwell
Katharina Paul
Eva Woska-Nimmervoll
Die Autorinnen sind anwesend und werden ihre die Siegertexte lesen. Mit der Preisverleihung wird auch das 3. Literaturfestival HardCover eröffnet!
Dagmar Ullmann-Bautz
Projektleiterin Literaturfestival Hardcover  0660 6566836  literaturfestival.hard.at


Bernd Schilcher - Gedenkveranstaltung

E I N L A D U N G
InitiatorInnen des Volksbegehrens Bildungsinitiative (2011) laden zur

Bernd Schilcher - Gedenkveranstaltung "Ein Visionär der österreichischen Bildungslandschaft"
am Dienstag, 31. Mai 2016, 17:00
Ringturm, 20. Stock - Schottenring 30, 1010 Wien
Am 29. Mai 2015 ist Bernd Schilcher überraschend aus dem Leben geschieden. Der bildungspolitische Visionär und Kämpfer für ein schülergerechtes Schulsystem war ein wesentlicher Mitinitiator des 2011 durchgeführten "Volksbegehrens Bildungsinitiative". MitstreiterInnen des Bildungsvolksbegehrens gedenken dem vor einem Jahr verstorbenen Bildungsexperten mit einem Blick auf seine legendären bildungspolitischen Forderungen.
Es sprechen:
• Dr. Hannes Androsch
• Univ.Prof. Dr.Dr. Christiane Spiel
• Prof. Dr. Rainer Bromme
Bitte Zusage/Anmeldung bis 26. 05 2016 unter beppo.mauhart@vbbi.at oder Tel. (0)1 5861054, Michaela Häusler

Bernd Schilcher Gedenkveranstaltung
Bernd Schilcher Gedenkveranstaltung

Ist Loacker als ÖGB Landesvorsitzender noch tragbar?

ORF Radio Vorarlberg Nachrichten 16:30: Interview mit Norbert Loacker
Kommentar Manfred Sparr
ÖGB Vorarlberg Landesvorsitzender Norbert Loacker zum Rücktritt Faymanns, seine Anbiederung an die FPÖ und seine radikale Vorstellung, mit welche SPÖ-Politiker/innen jetzt auch noch „aufgeräumt werden müsste“.

Ich will den Inhalt seiner Aussagen jetzt einmal gar nicht kommentieren, das ist auch nicht notwendig. Aber jede/r für sich sollte sich bitte die Frage beantworten, was man von einem Menschen halten soll, der auf seine Parteifreunde eintritt, sobald sie sich nicht mehr wehren können? Und hört euch auch bitte das Interview im Radio Vorarlberg (09.05.16 16:30) mit Norbert Loacker an. Vielleicht täusche ich mich, aber die Aggressivität in der Stimme und die radikalen holprigen Formulierungen erweckten bei mir den Eindruck, dass er in Erwartung einer neuen Koalition mit Bundeskanzler Strache schon voreilig der „bessere FPÖ´ler“ sein will.
Für mich stellt sich jedenfalls die Frage, ist Loacker als Gewerkschafter, vor allem als ÖGB Landesvorsitzender noch tragbar?

Es ist Zeit für mehr Solidarität! ÖGB-Landesvorsitzender Norbert Loacker zum 1. Mai - Foto: HP ÖGB Vbg
Es ist Zeit für mehr Solidarität! ÖGB-Landesvorsitzender Norbert Loacker zum 1. Mai - Foto: HP ÖGB Vbg

Stellungnahme zum Schulrechtspaket 1 der ÖLI/UG

Österreichischen LehrerInnenInitiative/Unabhängige GewerkschafterInnen (ÖLI/UG)

Stellungnahme zum Schulrechtspaket 1

Vorbemerkung: Im Schulrechtspaket 1 sind zentrale bildungspolitische Fragen, wie Bundeskompetenz für den gesamten Bildungsbereich und alle PädagogInnen/LehrerInnen, Modellregionen, gemeinsame Schule, Schulautonomie und transparente, sozialindizierte Ressourcenzuteilung nicht enthalten. Reinhart Sellner

>>>>  Stellungnahme


Aktuelle Information zur Vorbereitung der mündlichen Reifeprüfung

Aus dem Rundschreiben des bmbf an die LSR/denSSR:

Bei der Organisation der Arbeitsgruppen zur Vorbereitung auf den mündliche Teil der Reife- und Diplomprüfung - zeitlich zwischen der schriftlichen und mündlichen Prüfungen gelegen - ist es zu unterschiedlichen Interpretationen gekommen. Mit diesem Erlass wird nun versucht, wieder eine einheitliche Vorgangsweise herzustellen.
Grundprämisse ist, dass in den knapp bemessenen bis zu vier Vorbereitungsstunden eine fachpädagogische
Auseinandersetzung mit dem Prüfungsgebiet möglich sein muss. Es macht also keinen Sinn, nur eine Arbeitsgruppe zur Vorbereitung für ein Wahlfach anzusetzen, das völlig unterschiedliche Prüfungsgebiete enthält. Wenn beispielweise die Wahlfächer “Geschichte, Geographie und politische Bildung“ und „Naturwissenschaften“ (einen beliebte Wahl im HTL – Lehrplan) in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe vorbereitet werden müssen, ist keine inhaltliche Vorbereitung mehr möglich. Daher haben natürlich so viele Arbeitsgruppen
eingerichtet zu werden, als im Prüfungsgebiet Wahlfach Kandidat/innen zu einzelnen unterschiedlichen Gegenständen antreten. >>> weiter lesen

Weil diesbezüglich einige Anfrage an die ÖLI-UG erfolgten und sicher in den meisten HTLs aktuell ist, noch eine Klarstellung:
Die Vorbereitungsstunden für die mündliche Reife(- und Diplom)prüfung betrage 4 Stunden pro Gruppe mit max. 20 Schüler/innen und pro Prüfungsgebiet.
Im Gesetz ist dazu eindeutig festgelegt, dass die Gruppen klassenübergreifend geteilt werden müssen. Daraus folgt auch – und dieser Ansicht ist auch das bmbf, dass die Gruppen NICHT abteilungsübergreifend geteilt werden!

>>> zum geamten Rundschreiben


vlikraft - die Zeitung der VLI

Die vlikraft ist fertig und wird diese Woche in deiner Schule aufliegen. Sie steht ab heute auch online zur Verfügung.

16 Seiten voll mit interessante Themen:
Verkehrte Welt - Ethikunterricht - Skandal in der Landesleitung BMHS Vorarlberg - Flüchtlingsklasse - Oberstufe NEU an der HAK Bregenz - Zukunftsfonds - Wo bleibt das Geld für Bildung? - News - Sportgymnasium – unzumutbare Arbeitsbedingungen - Empfehlungen
- Schulen schauen – Brücken bauen


Sinus-Studie: Brave Jugend - kaum provokante Subkulturen

Wie spiegel.de berichtet, zeigt die aktuelle Sinus-Jugendstudie, die alle vier Jahre vom Sinus-Institut untersucht, wie junge Menschen in Deutschland ticken.
Das Ergebnis: Die Jugendlichen suchen das "gute Leben", sind angepasst und normenorientiert. Provokation und sich von den Eltern abgrenzen zu wollen, ist 2016 für die Jugendlichen kein Thema mehr. Dagegen ist „Mainstream“ in. Es ist für die heutige Jugend "ein Schlüsselbegriff im Selbstverständnis und bei der Selbstbeschreibung". Sie wollen sein „wie alle“. Und das gilt für Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund gleichermaßen. Muslimisch geprägte Befragte distanzieren sich demonstrativ von religiösem Fundamentalismus, religiöse Toleranz und Vielfalt werden in allen Milieus als wichtige Norm betont.

Sinus-Lebenswelten u18 Quelle: Spiegel online
Sinus-Lebenswelten u18 Quelle: Spiegel online

Stellenausschreibungen des bmbf für das Schuljahr 2016/2017

bmbf: Österreichweite Stellenausschreibungen für das Schuljahr 16/17 aller Schultypen

Die Bewerbungen sind über das jeweilige Online-Bewerbungsportal bis längstens 4. Mai 2016 beim zuständigen Landesschulrat (Stadtschulrat für Wien) einzureichen.

Foto - Ausschnitt: jobboerse.gv.at/
Foto - Ausschnitt: jobboerse.gv.at/

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Erbschaft Bildung

Armin Wolf analysiert die Ergebnisse des aktuellen Berichts „Bildung in Zahlen“ der Statistik Austria. Sein Resumee: „Und jedes Jahr finden sich darin Ergebnisse, die einen sehr nachdenklich machen können. Nach wie vor hängt es nämlich nur zum (kleineren) Teil von den Talenten eines Kindes ab, welchen Schulabschluss es einmal machen wird. Mindestens genauso wichtig ist der Schulabschluss der Eltern.“
Die Fakten (> siehe Grafik): Von den 25-44jährigen, deren Eltern nur einen Pflichtschulabschluss haben, machen knapp 17% Matura und nur 6,8% einen Uni/Hochschulabschluss. Haben die Eltern maturiert, haben auch 65% der Kinder einen Matura- und 31,7 % einen Uniabschluss. Aber 81% der Akademiker-Kinder maturieren und 47,6% machen einen akademischen Abschluss.
„Nun sind Akademiker-Kinder aber ziemlich sicher nicht drei Mal so klug wie die Kinder von Installateuren oder Bürokauffrauen oder fünf Mal so talentiert wie Kinder von Hilfsarbeiter-Innen. Ganz offensichtlich ist unser Schulsystem aber nicht in der Lage, die unterschiedlichen Bildungsniveaus von Zuhause auch nur annähernd auszugleichen“, stellt Armin Wolf in seinem Kommentar fest.
Das Schulsystem sei zwar theoretisch durchlässig, aber wie die Statistik zeigt, gehen eben aus einer AHS-Unterstufe 89% und aus einer NMS nur 46% der Schüler/innen in eine Oberstufe weiter. Wie bereits in den Jahren davor, belegt auch der aktuelle Bericht „Bildung in Zahlen“, dass die Chance für Akademikerkinder Akademiker/in zu werden, sieben Mal höher ist als für Kinder von Eltern mit Pflichtschulabschluss. Also „völlig unabhängig von IQ, Talent oder Fleiß. Einfach Glück im Geburten-Lotto“, so Armin Wolf.

Grafik: Statistik Austria Bildung in Zahlen 2014/15 Struktur des österreichischen Bildungswesens: Dr. Konrad Pesendorfer Generaldirektor Mag. Regina Radinger Direktion Bevölkerung
Grafik: Statistik Austria Bildung in Zahlen 2014/15 Struktur des österreichischen Bildungswesens: Dr. Konrad Pesendorfer Generaldirektor Mag. Regina Radinger Direktion Bevölkerung

Gangl statt Rainer: „… bitte ja nichts ändern“

Jürgen Rainer (fcg) wird übermorgen, Donnerstag, beim Gewerkschaftstag in Wien seine Funktion als Vorsitzender bei der Gewerkschaft öffentlicher Dienst an den BMHS an Roland Gangl (fcg) abgeben. Laut diePresse.com gelte der Stellvertreter Rainers, Roland Gangl, als der logische Nachfolger. Gangl eile der Ruf eines peniblen Fachmannes für Dienstrechtsangelegen-heiten voraus, so diePresse.com.
Auf die Frage: „Was soll Ihr Nachfolger anders machen als Sie?“, antwortete Rainer wenig überraschend: „Er soll bitte ja nichts ändern.
Dazu passt auch der folgende Auszug aus dem Interview:
„Sind alle Reformen per se falsch?“ Rainer: „Sie sind unnötig. Sie bringen keinen besseren Unterricht. Ich halte die Zentralmatura beispielsweise für eine sinnlose Angelegenheit.“
„Heuer findet diese erstmals an den BHS statt. Fürchten Sie sich?“ Rainer: „Mir geht es da wie dem Kleinkind im tiefen, dunklen Wald. Ich pfeife vor mich hin und hoffe, jeder hört mich und lässt mich in Ruhe. Das Ministerium ist zuversichtlich, das Bifie-Institut hat gelernt und die Schüler sind gut vorbereitet.“
Eh klar „… bitte nichts ändern“. Oder wie ist das noch mit den drei Affen? Nichts hören, sehen, tun?

Jürgen Rainer
Jürgen Rainer

FCG und FSG: Einfluss der Parteien in den Schulen

Außer in Vorarlberg ist der parteipolitische Einfluss, vor allem der ÖVP (FCG), in Österreichs Schulen massiv.
Die Österreichische Lehrer/innen Initiative (ÖLI-UG) ist in Österreichs die einzige parteipolitisch unabhängige Lehrer/innen-Personalvertretung. In den letzten Jahren hat sie bei den Personalvertretungswahlen in den meisten Bundesländern und auch Bundesweit deutlich zugelegt. ( > siehe Wahlergebnisse 2014). In Vorarlberg ist die parteiunabhängige Vorarlberger Lehrer/innen Initiative (VLI), die Landesorganisation der ÖLI-UG, seit über zehn Jahren die stärkste Kraft in der AHS und BMHS.
„Hoffnung macht Vorarlberg, wo unabhängige Gewerkschafter die jahrzehntelange Dominanz der Christgewerkschafter beenden konnten“, schreibt dazu der Kurier > kurier.at .

Grafik: Kurier.at
Grafik: Kurier.at

Wer bei der Bildung spart, braucht ein starkes Heer

Geldsegen für das Militär - Schelling schwemmt über eine Milliarde Euro ins Heeresbudget

Bundeskanzler Faymann verkündete heute am Vormittag sichtlich stolz, dass bei – derzeit noch nicht vollständig abgeschlossenen – Verhandlungen mit Finanzminister Schelling ziemlich sicher zwischen „einer und 1,3 Mrd. Euro“ für das Heer zusätzlich herausschauen wird. Der bei der Pressekonferenz auch anwesende Verteidigungsminister Doskozil kann also mit einer ordentlichen Aufstockung seines Budgets bis 2020 rechnen. Investiert werden soll das zusätzliche Geld in Ausrüstung und Mobilität. Details wollte Doskozil vorerst und verständlich-erweise nicht nennen. Gerüchte sprechen von zusätzlichen Panzern und Hubschraubern. In Zeiten der Sparwut dieser Regierung in allen sozialen Bereichen, würde ein solches Vorhaben wahrscheinlich bei den meisten Österreicher/innen nicht goutiert werden. Da klingt seine doch noch gemachte Ankündigung politisch doch viel verdaulicher. 25 bis 30% des zusätzlichen Budgets sollen "direkt in das Personal" - neue Helme, Sanierung von Kasernen, Schutzaus-rüstung usw. - fließen. Das Heer benötige wegen der neuen Herausforderungen wie Grenz-sicherung, Terrorbekämpfung und „neuer Bedrohungsszenarien“ dringend mehr Geld für Investitionen „in der Truppe“.

Das muss man doch verstehen. Dieses Bedrohungsszenario hat doch viel mehr Gewicht als die Warnungen vor den Folgen der destruktiven neoliberalen Budgetpolitik Schellings vor allem im Bereich Bildung, Soziales, Gesundheit und Umwelt.

Denn wer bei der Bildung spart, braucht bald ein starkes Heer. So gesehen macht eine Aufstockung des Militärbudgets also doch irgendwie Sinn?

Doskozil sieht "neue Bedrohungsszenarien"
Doskozil sieht "neue Bedrohungsszenarien"

Eine vorschnelle Etikettierung der Kinder

Entwurf des Schulrechtspaket 2016 – Schülerbeschreibungsbogen
Ein Kommentar (Auszug) von Johannes-Maria Lex in der FB-Gruppe „BILDUNG IST ZUKUNFT - FÜR ALLE MENSCHEN IN ÖSTERREICH!“
Mit dem Entwurf des Schulrechtspaket 2016, der zur Begutachtung ausgesandt ist, wird der Schülerbeschreibungsbogen, der mit dem Schulunterrichtsgesetz 1974 mit gutem Grund abgeschafft worden ist, in Form eines „Kinderbeschreibungsbogens“ offensichtlich wieder einführt und dabei keine bis wenig Überlegungen angestellt werden, was die Datenweitergabe (!) betrifft.
Dies trifft umso mehr zu, als nicht definiert wird,
 • um welche Dokumente es sich dabei handelt,
 • wie zuverlässig und aussagekräftig sie sind und
 • inwieweit diese dann sogar noch - die bereits vorgesehenen - Gespräche zwischen ElementarpädagogInnen und PrimarschulpädagogInnen ersetzen sollen („Die schulpflichtig gewordenen Kinder sind von ihren Eltern oder sonstigen Erziehungsberechtigten zur Schülereinschreibung bei jener Volksschule anzumelden, die sie besuchen sollen. Hierbei sind die Kinder persönlich vorzustellen und allfällige Unterlagen, Erhebungen und Förderergebnisse, die während der Zeit des Kindergartenbesuches zur Dokumentation des Entwicklungsstandes, insbesondere des Sprachstandes erstellt wurden, vorzulegen.“)
Mit der bloßen Übergabe von Daten und Dokumenten werden wir besonders jenen Kindern nicht gerecht, die Unterstützung zur Bewältigung dieses Übergangs brauchen: es ist eher zu befürchten, dass wir in die Zeit der „SchülerInnenbeschreibungsbögen“, die mit Recht abgeschafft worden sind, zurückfallen.
Eine vorschnelle Etikettierung der Kinder, Missverständnisse zwischen den Beteiligten und Betroffenen, neue, zusätzliche Drucksituationen für Kinder, Eltern und ElementarpädagogInnen scheinen damit vorprogrammiert!
Siehe dazu:
die bisherigen Beiträge auf oeliug.at zu diesem Thema
Plattform EDUCARE
... weiter unten (08.04.2016): Schulrechtspaket: Elementarpädagogik "prominent" vertreten, aber mit ....


Schulnotizen

Die neuen "Schulnotizen" sind da

Die Schulnotizen sind eine regelmäßig erscheinende Zeitschrift der APS - Vorarlberg

SLV, Freie Lehrer/innen, VLI. Schwerpuktthemen in dieser Ausgabe:

  • Flüchtlingskinder im Schulalltag
  • Supervision - unterschätzte Hilfestellung
  • Widerstands- und Deserteursmahnmal in Bregenz
  • Landestag der Vorarlberger LehrerInnengewerkschaft

Schulrechtspaket: Elementarpädagogik "prominent" vertreten, aber mit erheblichen Mängeln

Der „erste Teil der Bildungsreform“ ist auf dem Weg – die Elementarpädagogik ist prominent vertreten. Wir von der Plattform EduCare wollen diese Art der Prominenz jedoch nicht!
In der Presseausendung der Plattform EduCare kritisiert Heidemarie Lex-Nalis, Sprecherin der Plattform EduCare, den Begutachtungsentwurf des Schulrechtspaketes. Die Elementarpädagogik sei zwar „prominent vertreten“, und es sei ja „erfreulich, dass KindergartenpädagogInnen zugetraut wird, dass sie in der Lage sind, „Entwicklungen, Stärken, Schwächen, Talente, Interessen und Begabungen“ von einzelnen Kindern zu erkennen und dass sie „das Wissen um den Sprachstand eines Kindes sowie um allfällige im letzten Kindergartenjahr getroffene Fördermaßnahmen“ haben“, aber die Ausführungen in der Gesetzesvorlage zeigten wieder einmal deutlich, dass „im Bildungsministerium niemand für den Kindergartenbereich zuständig ist. Elementarpädagogische ExpertInnen kämen nämlich nicht auf die Idee, dass dieses Wissen ausreicht, um den in diesem Gesetzesentwurf vorgesehenen, „Informationstransfer zwischen Kindergarten und Schule sicher zu stellen“.
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Heinisch-Hoseks „Meisterstück“: Erster Teil ab heute in Begutachtung

Gestern Abend haben sich die kolationären Verhandler/innen über den ersten Teil der im November paktierten Bildungsreform geeinigt.

Heute geht das erste „Schulrechtspaket“ in Begutachtung.
Nach der ersten Analyse des Gesetzesentwurfes zeichnen sich folgende, nicht unerwartete Änderungen ab:

 

Sprachstartgruppen und Sprachförderkurse (Seite 2 + 3)
Die Sprachförderung wird laut Entwurf im Schulorganisationsgesetz (SchOG) mit einem neuen Paragrafen, dem §8e, geregelt. Er gilt für alle Schultypen, von der Volksschule bis zu den höheren Schulen. Schüler/innen mit mangelnder Kenntnis der Unterrichtssprache, „sind in den Schuljahren 2016/17, 2017/18 und 2018/19 in Sprachstartgruppen und Sprachförderkursen jene Sprachkenntnisse zu vermitteln, die sie befähigen, dem Unterricht der betreffenden Schulstufe zu folgen“, heißt es im Gesetzesentwurf. Wobei in den Sprachstartgruppen statt dem „normalen“ Unterricht im Ausmaß von elf Wochenstunden Deutsch unterrichtet wird. Sie können geblockt unterrichtet und schulstufen-, schul- oder schulartübergreifend geführt werden. Die Sprachförderkurse können statt oder aufbauend auf den Sprachstartgruppen geführt werden. Im Ausmaß von elf Wochenstunden soll integrativ im „normalen“ Unterricht Deutsch unterrichtet werden. Die Startgruppen und Förderkurse dauern ein oder höchstens zwei Jahre.

 

Flexibilisierung der Schulsprengel (Seite 11)
Den Ländern wird ermöglicht, den Schulbesuch zu flexibilisieren. Mit Zustimmung des Schulerhalters der sprengelmäßig zuständigen Schule kann auch eine sprengelfremde Schule besucht werden.

NOSt – „Übergangsrecht“ (Seite 12)
Das Übergangsrecht für die Einführung der Neuen Oberstufe (NOSt) betrifft die allgemein bildenden höheren Schulen (AHS) und berufsbildenden mittleren Schulen (BMS), nicht aber die BHS, die berufsbildenden höheren Schulen. Die Schulleitung kann die Einführung der NOSt von 1.9.2017 auf 1.9.2018 oder 1.9.2019 verschieben, „wenn dies im Hinblick auf die erforderlichen pädagogischen und organisatorischen Maßnahmen zur Vorbereitung der Umsetzung der neuen Oberstufe an der betreffenden Schule dringend geboten erscheint.“

 

Leistungsbeurteilung und Klassenwiederholungen in der Volksschule (Seite 13 + 14)
Für die ersten drei Klassen der Volksschule kann eine alternative Leistungsbeurteilungen beschlossen werden. Wie diese zu erfolgen haben, wird im Gesetzesentwurf überraschend detailliert beschrieben. Die schriftliche Information über die Lern- und Entwicklungssituation hat nach einem Bewertungsgespräch mit den Eltern und Schüler/innen am Ende des 1. Semesters und am Jahresende zu erfolgen. Zusätzlich sind von der Schule mindestens zwei Elternsprechtage durchzuführen. Die Entscheidung über die Form der Leistungsbeurteilung trifft das Schulforum für jede Klasse extra.
In den ersten drei Klassen gibt es kein Sitzenbleiben mehr, außer die Klassenkonferenz entscheidet, dass ein Wechsel während des Jahres in die nächsthöhere oder nächstniedrigere Schulstufe der Lernsituation des/der Schüler/in besser entspricht. Dies ist aber nur in dem Ausmaß zulässig, als für den erfolgreichen Abschluss der dritten Klasse nicht weniger als zwei und nicht mehr als vier Schuljahre benötigt werden.

Schuleinschreibung (Seite 20)
Wird der §6 Absatz 1 des Schulpflichtgesetzes entsprechend des Begutachtungsentwurfes geändert, müssen die Eltern für die Schuleinschreibung ihre Kinder "persönlich" vorstellen und auch „allfällige Unterlagen, Erhebungen und Förderergebnisse, die während der Zeit des Kindergartenbesuches zur Dokumentation des Entwicklungsstandes, insbesondere des Sprachstandes erstellt wurden“, vorlegen.

 

Mehr billiges Personal – Freizeitpädagogik und Lernhilfe (Seite 20)
Unter anderem macht die vorgeschlagene Änderung des Hochschulgesetzes macht den Weg frei für mehr Freizeitpädagog/innen und Erzieher/innen für die Lernhilfe. „An der Pädagogischen Hochschule sind weiters Hochschullehrgänge für Freizeitpädagogik (für Erzieherinnen und Erzieher für die Freizeit an ganztägigen Schulformen – Freizeitpädagoginnen und -pädagogen) sowie Hochschullehrgänge zur Qualifikation für die Erteilung von Lernhilfe an ganztägigen Schulformen (für Erzieherinnen und Erzieher für die Lernhilfe) im Umfang von jeweils 60 ECTS-Credits bei Bedarf anzubieten und zu führen“, heißt es im Begutachtungsentwurf. Dadurch werden laut einer Aussendung der Ministerin in Zukunft „auch ErzieherInnen mit Matura und Zusatzausbildung die Lernhilfe übernehmen können. Dadurch wird der Personaleinsatz in ganztägig geführten Schulformen flexibler.“ Und billiger natürlich.

Ein wenig Schulverwaltung (Seite 23)
Obwohl das Thema Schulverwaltung wegen den derzeit noch unüberwindlichen scheinenden Differenzen zwischen den beiden Regierungsfraktionen erst für den zweiten Teil des Bildungspakets geplant war, steht im jetzt vorliegenden Entwurf, dass künftig ein "rechtskundiger Verwaltungsbediensteter des Bundes" als Amtsdirektor/in des Landesschulrates zu bestellen ist. Bisherige Amtsdirektor/innen können bis 2026 bleiben. Danach muss die Stelle neu Ausgeschrieben werden.

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Vortrag und Diskussion: Prof. Dr. Jochen Krautz - Kompetenz als Problem

Hintergründe und Auswirkungen des Kompetenzkonzepts in Schule und Bildung
Prof. Dr. Jochen Krautz - Wuppertal
07. April 2016 | 20 Uhr
ORF Landesstudio Vorarlberg Dornbirn

Eintritt frei
•    Das Kompetenzkonzept ist wissenschaftlich ungeklärt.
•    Es dient dazu, Bildung messbar zu machen.
•    Kompetenzkataloge kann man nicht unterrichten.
•    Kompetenzorientierung vernachlässigt die Inhalte und senkt das Bildungsniveau.
•    Kompetenzen vernachlässigen die Moralität und steuern das Wollen.
•    Kompetenzen zielen auf Anpassung.
•    Die OECD verfolgt eine Strategie kultureller Entwurzelung.
•    Folge in Schule und Elternhaus: Verwirrung und Verlust von Pädagogik und Didaktik.
Eine Kooperation der Unabhängigen Bildungsgewerkschaft UBG und der Vorarlberger LehrerInnen Initiative VLI in der Reihe „Schule Bewegen”


Reisegebührenvorschrift - Dienstreisen ab 2016

Seit 01. Jänner 2016 ist die neue Reisegebührenvorschrift (RGV) in Kraft.

Für die Abrechnung von Dienstreisen gibt es ein neues Formular (Download - Bild anklicken).

Ausführliche Informationen über die Neuerungen ab 01. Jänner 2016


Differenzierte Sek.I trägt Mitschuld an schlechten Deutschergebnissen in der VS

Der Sprecher der ARGE Gemeinsame Schule Vorarlberg, Peter Fischer, ist überzeugt:

Die frühe Selektion der VolksschülerInnen Mitschuld an den desaströsen Ergebnissen.
Bei der Ursachenforschung nach den Ergebnissen der Schreib- und Leseleistungen der 4. Klassen möchte ich den Fokus auf das selektive Schulsystem lenken. Dies ist nicht nur extrem teuer, ineffizient, sondern auch leistungsfeindlich. Durch die viel zu frühe Trennung der VolksschülerInnen mit 10 Jahren und dem Entscheidungsdruck, ob sie in die Mittelschule oder ins Gymnasium gehen sollen, sind die VolksschullehrerInnen seit Jahren einem immer größer werdenden Druck ausgeliefert. Ein wertschätzendes Lernklima und die vertiefende Auseinandersetzung mit den grundlegenden Dingen, die die Volksschule vermitteln soll, nämlich Schreiben, Lesen und Rechnen, wird immer mehr von der Frage dominiert, welche Noten bekommen die Kinder und reichen diese fürs Gymnasium. Die eigentliche Frage, was können die Kinder und wo muss nachgebessert werden, tritt somit in den Hintergrund. Wenn die natürliche Neugier der Kinder sukzessive von der Frage: „Welche Note bekomme ich?“ abgelöst wird, dann wird die Note „zum feindlichen Agent im Reich des Lernens“, um Rupert Vierlinger, ein emeritierter Pädagogikprofessor, zu zitieren. Zudem sind die VolksschülerInnen in Vorarlberg im Vergleich zu den anderen Bundesländern auch zeitlich einem früheren Druck ausgeliefert, weil durch die Oneline-Meldungen der Semesternoten in der 4. Klasse die Entscheidung der Selektion um ein halbes Jahr früher erfolgt.

G. Pedrazzoli
G. Pedrazzoli

Heinisch-Hosek über Mehrarbeit der Lehrer/innen, TV-Konsum der Schüler/innen und Problem Schelling

In einem Interview mit der diePresse.com meint Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek, dass Lehrer/innen zu Mehrarbeit bereit wären, wenn rundherum alles passt. Man könne „in einer gemeinsamen ganztägigen Schule sehr wohl über mehr Stunden sprechen. Vorausgesetzt, es passt rundherum alles. Die Lehrer müssen genügend Platz zum Arbeiten haben, und es muss genügend Unterstützungspersonal geben. Ich glaube, dass das Arbeitsumfeld die Hauptfrage ist, und nicht, ob ich nun zwei Stunden mehr oder weniger unterrichte. Wenn das Umfeld passt, dann wäre die Bereitschaft der Lehrer auch da. Das war nie ein Tabuthema. Da können Sie auch die Spitzengewerkschafter fragen.“
Die Ministerin erklärt in diesem Zusammenhang auch, wie sie sich den Tagesablauf eines/r Lehrer/in in einer verschränkten Ganztagesschule in Zukunft vorstellt: „Zwischen neun und zehn Uhr [machen] Sportcoaches und Freizeitpädagogen allein mit den Kindern die tägliche Bewegungseinheit. Die Lehrer würden die Zeit nutzen, um vorzubereiten oder zu korrigieren. Zwischen drei und vier Uhr am Nachmittag werden die Lehrer noch die eine oder andere Unterrichtseinheit oder individuelle Lernbertreuung machen.“ Für das Problem mit den fehlenden Arbeitsplätzen für das Lehrpersonal müssten kreative Lösungen gefunden werden. Dabei denkt Heinisch-Hosek an freie Ruhe- und Klassenräume. Dazu benötige man halt „eine gescheite Ablage.“
Und außerdem sitzen vor allem Schüler/innen aus bildungsfernen Familien am Nachmittag viel zulange vor dem Fernseher und es fehlt ihnen zu Hause die Ansprache, stellt die Ministerin fest. Das sei mit ein Grund, dass Kinder aus bildungsfernen Familien am Ende der Volksschule bis zu drei Lernjahre im Rückstand sind.
Für die Finanzierung des jährlichen strukturellen Defizits im Bildungsbudget erwartet sich die Bildungsministerin Lösungen vom Finanzminister. Das sei „eine Angelegenheit der gesamten Regierung“.

Demo Gys Feldkirch 29.04.15 gegen Arbeitszeiterhöhung
Demo Gys Feldkirch 29.04.15 gegen Arbeitszeiterhöhung

Zukunft trotz(t) Herkunft - Fairteilung von Bildungschancen!

5. Enquete. Zukunft trotz(t) Herkunft - Fairteilung von Bildungschancen!

 

Kinder entfalten ihr Potential durch mehr Unterrichtsqualität. Dafür braucht es eine transparente, bedarfsorientierte und gerechte Schulfinanzierung.

 

Montag, 23. Mai 2016  14:30 Uhr – 19.00 Uhr
AK Bildungszentrum - Großer Saal - Theresianumgasse 16-18, 1040 Wien

 

Jedes Kind soll die Bildungsziele erreichen!
Transparente und gerechte Schulfinanzierung durch indexbasierte Mittelzuweisung ist die Grundlage für mehr Chancengerechtigkeit. Denn nur wenn sich der Unterricht an den individuellen Voraussetzungen der SchülerInnen und den bestehenden Rahmenbedingungen der Schulstandorte orientiert, können die Potentiale jedes Kindes optimal gefördert werden. Damit Schulstandorte jedes Kind zum Bildungsziel begleiten können brauchen sie Ressourcen, die an ihre Anforderungen angepasst sind. Punktgenaue Ausstattung statt eine Verteilung mit der Gießkanne.

5. Enquete. Zukunft trotz(t) Herkunft
5. Enquete. Zukunft trotz(t) Herkunft

Kommentare zum Ergebnis der Bildungsstandardtestung Deutsch

Die Reaktionen aus Politik, Gewerkschaft und Kammern auf die Bildungsstandardtestungen in Deutsch für die vierte Klasse Volksschule zeigen durchwegs Sorge über die teils schlechten Deutschkenntnisse der Schüler/innen. Obwohl sich die Ergebnisse im Vergleich zur letzten Testung 2010 verbesserten, haben immer noch 15% der getesteten 10-Jährigen die Bildungsziele in mindestens drei von vier Bereichen nicht erreicht.
Reaktionen:
Pflichtschullehrergewerkschafter Paul Kimberger (FCG): „Das ist natürlich bedauerlich, aber wundert mich nicht“ (APA). Er fordert mehr Fördermaßnahmen.
Pflichtschulgewerkschafter Thomas Bulant (FSG): „Das Unterrichtsressort und die LehrerInnen stoßen an ihre Grenzen“(PA).
ÖVP-Bildungssprecherin Brigitte Jank: Die Testergebnisse zeigen „die Notwendigkeit der zuletzt von der Regierungskoalition beschlossenen Bildungsreform“.
SPÖ-Bildungssprecherin Elisabeth Grossmann: Die Verteilung der Ressourcen für Schulen müssen neu angedacht werden.
FPÖ-Bildungssprecher Walter Rosenkranz: Er meint, dass „Kinder in Österreich durch linke Experimente im Bildungsbereich in Wahrheit einfach links liegen gelassen werden“.
Grüne-Bildungssprecher Harald Walser: Er habe damit gerechnet, dass die Resultate nicht befriedigend ausfallen würden, aber dass Mängel in diesem Ausmaß diagnostiziert würden, sei einfach erschreckend und forderte deshalb einen nationalen Schulterschluss anstelle der ideologischen Grabenkämpfe in der Bildung. In Kindergärten und Volksschulen müssten umgehend die nötigen Maßnahmen umgesetzt werden – und es dürfe kein Sparprogramm auf Kosten der Kinder geben. (PA)
NEOS – Chef Mathias Strolz: “Wir brauchen rasch mehr Aufmerksamkeit für die Drei- bis Zehnjährigen” und fordert forderte eine neue Zusammenarbeit zwischen Kindergarten und Volksschule mit fließenden Übergängen – und eine Umstellung der Schulfinanzierung zu einem bedarfsorientierten Index-Modell: “Dort wo ein Elternteil nur Pflichtschulabschluss hat, soll für dieses Kind mehr Geld an die Schule fließen. Weil ganz offensichtlich größere Herausforderungen da sind”. (vol.at)
Team-Stronach-Bildungssprecher Robert Lugar: Er fordert eine „totale“ Schulautonomie.
Industriellenvereinigung (IV): „Wenig Grund für Optimismus“ und einen „klaren Auftrag an die Politik, endlich die Weichen für grundlegende Reformen des Bildungssystems zu stellen“.
Wirtschaftskammer (WKÖ): Die Ergebnisse sind „ein klares Alarmzeichen - und das gestartete Bildungsreförmchen muss endlich zu einer echten Bildungsreform reifen“.
Arbeiterkammer (AK): Kritisch ist vor allem der signifikante Zusammenhang von Leistung und sozialem Hintergrund der Eltern.

Bildungsstandardtestung Deutsch 4. Klasse Volksschule
Bildungsstandardtestung Deutsch 4. Klasse Volksschule

Sozialindexierte Ressourcenverteilung an Schulen

Die Ergebnisse der Bildungsstandarderhebung in den vierten Klassen der Volksschulen zeigen, dass der Bildungsabschluss der Eltern, Sozialstatus und Migrationshintergrund die Deutschkompetenz signifikant prägen.
Diesem Umstand will Bildungsministerin Heinisch-Hosek zukünftig mehr Aufmerksamkeit schenken. Wie orf.at berichtet, teilte heute die Ministerin bei einer pressekonferenz mit, dass sie diesem Ergebnis Rechnung tragen will und beim Finanzausgleich eine Neuverteilung der Ressourcen für die Schulen anstrebe. „Wir sollten über eine Sozialindexierung sprechen“.
Für den Kärntner Landesschulratspräsident Rudolf Altersberger ist die Sozialindexierung in Verbindung mit einer Autonomie an den Standorten begrüßenswert. Anders sieht das wieder einmal sein Kollege aus Oberösterreich, Fritz Enzenhofer. Er wünscht sich, dass die Schulaufsicht mehr in den Mittelpunkt gerückt wird. Was uner anderem auch dazu führen sollte, dass der Landesschulrat stärker die Lehrerfortbildung steuern können sollte. Notfalls müssten Lehrer dazu auch verpflichtet werden können.

BM Heinisch-Hosek Screenshot orf - Pressestunde
BM Heinisch-Hosek Screenshot orf - Pressestunde

Bildungsabschluss der Eltern, Sozialstatus und Migrationshintergrund prägen die Deutschkompetenz der Volksschüler/innen

Ergebnisse der Standardüberprüfung Deutsch (4. Schulstufe)
Im Mai 2015 wurden die Deutschkompetenzen der Schüler/innen der 4. Schulstufe im Rahmen einer Standardüberprüfung erhoben. Laut bifie wurden an die 75.000 Schüler/innen aus fast 3000 Volksschulen getestet. Die Kompetenzmessungen in den Bereichen Leseverständnis, Rechtschreiben, Hörverstehen, Verfassen von Texten und Sprachbetrachtung wurden flächendeckend schriftlich, die Kompetenz im Sprechen wurde an mit Stichproben erfasst.
Die Ergebnisse zusammengefasst:
Das unwichtigste Ergebnis, das aber am meisten interessiert, zu Beginn: Im Bundesländervergleich schneiden die Schüler/innen aus dem Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg am besten ab, die Vorarlberger und Wiener Volksschüler/innen bilden das Schlusslicht. Wobei Wien nur um geringfügig weniger Punkte erreichte als Vorarlberg. Auch insgesamt liegen alle Bundesländer nur wenige Punkte – max. 26 – auseinander.

Das wichtigste Ergebnis, das zwar schon lange bekannt ist, aber doch am wenigsten interessiert:

Und wieder einmal bestätigt sich durch diese Testung, dass ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Bildungsabschluss der Eltern und den Leistungen ihrer Kinder besteht. Vor allem beim Lesen sind die Unterschiede zwischen Kindern von Akademiker/innen und jenen mit Eltern, die maximal Pflichtschulabschluss haben, besonders dramatisch: 126 Punkte! Das bedeuten in etwa einen Rückstand von drei Lernjahren!

Die bundesweit zusammengefassten Ergebnisse:
Im Leseverständnis übertreffen 6 % der Schüler/innen und erreichen 56% die Lernziele. 25% schaffen die Standards teilweise und 13% sie nicht. Im Vergleich zur letzten Testung im Jahr 2010 haben sich die Schüler/innen im Bundesdurchschnitt von 500 auf 523 Punkte verbessert.
In der Textproduktion mit den vier Dimensionen Inhalt, Aufbau, sprachliche Angemessenheit und sprachliche Richtigkeit, zeigen die Schüler/innen die schwächsten Ergebnisse von allen Kompetenzbereichen in Deutsch. 20% der Schüler/innen haben die die Bildungsstandards in Verfassen von Texten in allen Dimensionen erreicht bzw. übertroffen. 14% Prozent in drei von vier Dimensionen. Über 30% erreichten sie nur teilweise und 25% hauptsächlich nicht.
In Rechtschreiben haben sich Getesteten im Vergleich zu 2010 nur minimal, von 500 auf 504 Punkte verbessert.
7% der Schüler/innen übertreffen und 68 % erreichen in der Sprachbetrachtung die Lernziele. Nur teilweise erreichen die Standards 13% der Schüler/innen und 12 % erreichen sie nicht. Im Durchschnitt haben sich die Fähigkeiten der Schüler/innen im Bereich des Sprachbewusstseins seit 2010 um 24 Punkte verbessert.
3% der Schüler/innen übertreffen und 60 % erreichen im Bereich Hören die Lernziele. Nur teilweise erreichen die Standards 25% der Schüler/innen und 10 % erreichen sie nicht.
29% der Schüler/innen haben alle Bildungsstandards in Deutsch erreicht bzw. übertroffen. Weitere 25 % erreichen die Bildungsstandards großteils, 14 % hauptsächlich und 17% noch überwiegend teilweise. 14% erreichen die Lernziele für die Volksschule in Deutsch hauptsächlich nicht.
Die Mädchen schneiden im Fach Deutsch insgesamt etwas besser ab als die Buben, Schüler/innen mit Migrationshintergrund schneiden durchschnittlich ebenfalls schlechter ab. Wobei vor allem die negative Abweichung (77 Punkte) beim Hörverständnis auffallen ist. Der um den Sozialstatus korrigiert Wert ist mit 51 Punkten zwar deutlich besser aber immer noch sehr hoch.

Weitere Informationen im Detail, Links und Downloads findet ihr auf der bifie-Seite über die „Ergebnisse der Standardüberprüfung Deutsch (4. Schulstufe)“

Deutschkompetenz der 4. Schulstufe
Quelle: APA/Bifie

UBG und VLI strikt gegen Arbeitszeiterhöhung und Personalabbau

Kanzler Faymann sitzt offensichtlich in der Klemme und lenkt mit LehrerInnen-Bashing von der eigenen und der Unfähigkeit der ganzen Bundesregierung ab
Das ist keine Aprilscherz: „Würde man ein neues Dienstrecht umsetzen und die Stundenzahl (der Lehrer, Anm.) massiv verändern, dann würde das für das Schulbudget eine gewisse Entlastung bringen“, so wird W. Faymann in der „Presse am Sonntag“ zitiert.
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PA-Kein Aprilscherz_Faymann bringt Arbei
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Andreas Riedmann

(HTL – Dornbirn) hat die VLI‐APP für uns programmiert

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